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Europa scheint den Anschluss zu verlieren

Europa scheint den Anschluss zu verlieren

In den vergangenen Monaten wurden auf der ganzen Welt die Chancen, Risiken und moralischen Bedenken im Zusammenhang mit Chatbots und künstlicher Intelligenz (KI) diskutiert. Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter ermöglichen es dem Thema rund um Chatbots mehr und mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Als Gründer des größten europäischen Chatbot Netzwerkes werden wir täglich mit unterschiedlichen Meinungen über den europäischen und den amerikanischen Chatbot Markt konfrontiert. Nicht ausschließlich über die Medien, sondern auch durch direkte Gespräche mit Partnern in den USA und Europa, haben wir die Möglichkeit uns einen weitreichenden Überblick über die Märkte mit ihren Gemeinsamkeiten und ihren Differenzen schaffen zu können. Auf dieser Basis erläutern wir die obig genannten Diskrepanzen in den folgenden Abschnitten.

Unserer Meinung nach sind die USA uns Europäern erneut einen Schritt voraus.

 

Erinnern Sie sich an Tay

 

Bei Betrachtung der europäischen Mediengesellschaft und deren Referenz im Bezug auf Bots, stößt man schnell auf den Twitter Bot namens Tay. Die Tageszeitungen scheinen nicht müde zu werden, die Leser an Microsofts Experiment zu erinnern und nicht zu Letzt zu betonen wie das ganze ziemlich schnell aus dem Ruder lief. Die Vorteile von Chatbots werden dahingegen leider oftmals vernachlässigt. Denn Tay zählt keineswegs zu den konventionellen Chatbot, welche in der Regel einen konstruktiven Auftrag haben, der über das reine chatten hinausgeht. Durch die vollständig automatisierte Kundenbetreuung ermöglicht es Firmen Kosten, Zeit und Komplexität reduzieren.

 

Die Moralisch Frage

 

Ein weiterer Aspekt, welcher zur eher konservativ gehaltenen Haltung einiger Europäer beiträgt, ist die moralische Frage in Bezug auf Chatbots und KI. Werden KI-getriebene Roboter demnächst die Menschen ersetzen können? Als wir vor kurzem mit dem Oxford-Forscher Dr. Stuart Armstrong, Experte auf dem Gebiet der „Zukunft und Menschlichkeit / KI“, sprachen, stellte sich heraus, dass wir immer noch weit von der Zeit entfernt sind, in welcher Roboter und KI intelligent genug werden, um die Menschen vollständig zu ersetzen oder gar eine Bedrohung darstellen. Im Gegensatz zu den Europäern glauben unsere US-Kollegen, dass KI den Menschen helfen wird, mit einfachen und sich wiederholenden Aufgaben umzugehen. Dadurch würden wir Menschen Zeit gewinnen für kreative Aufgaben und das Kerngeschäft zu konzentrieren. Diese Vision haben bereits einige Studien bewiesen. Genauso wenig wie Maschinen während der industriellen Revolution die Menschheit in die Arbeitslosigkeit trieb, werden Chatbot dies tun. Stattdessen ermöglichen sie es den Unternehmen, ihr Personal für die Lösung komplexer Probleme zu trainieren, anstatt sich mit stupiden und repetitiven Dingen zu befassen.

 

Europa und Datenschutz

 

Ein weiterer Unterschied zwischen Europa und den USA, sind die Meinung über den Datenschutz. Europäer fühlen sich immer noch unwohl dabei, ihre privaten Daten an Drittanbietern weiterzugeben. Dies spiegelt sich vielfach in den Gesprächen mit europäischen Geschäftspartnern wieder. Einer der ersten Fragen unseren bisherigen Geschäftspartnern, war immer die der Datensicherheit: Werden Kundendaten gespeichert? Wenn ja, wo stehen die Server? Haben wir als Unternehmen Kontrolle über diese Daten? …

Diese konservative Haltung wirkt sich negativ auf europäische Chatbot Start-Ups aus. Um als Start-up zu überleben bzw. es zu einem Unternehmen zu machen braucht es selbstverständlich Kunden. Innovative Kunden, die gewillt sind, das nötige Stück Risiko einzugehen um mit so jungen Unternehmen zu arbeiten. Es braucht Unternehmen, die die Vision des Start-ups teilen können, bevor amerikanisch Start-ups sich in Europa etablieren.

Darüber hinaus benötigen europäische Jungunternehmer Supporter und positive Medienberichte, um auch in der Gesellschaft Anklang zu finden. Aber vor allem brauchen diese jungen Unternehmen finanzielle Unterstützung von Investoren, um ihr Business auf ein höheres Level bringen zu können. Wenn sie nicht die Möglichkeit haben schnell zu agieren, ist die Migration in die USA oftmals unausweichlich.

Bei der Podiumsdiskussion „Artificial Intelligence“ am 07.09.’16 in Köln zum Thema KI, wurde diese Aussage explizit von Christoph Auer Welsbach unterstützt. Er drängte europäische Investoren, Start-Ups frühzeitig zu finanzieren, um die ansonsten unausweichliche Auswanderung in die USA zu vermeiden. Ihm zufolge wäre dies eine Schande, da Europa einige der stärksten und talentiertesten KI Entwickler der Welt besäße. Auch wenn der Markt für Chatbots noch jung sei, schiene Europa schon jetzt fast einen Schritt hinterher zu hinken. Die Frage der Datensicherung, die Angst vor dem Scheitern, die moralischen Perspektive und die Marktunsicherheiten sind nur wenige Aspekte, welche den europäischen Markt schwächt. Daher haben nur die intelligentesten und innovativsten Unternehmen den Sprung gewagt und begonnen, Chatbots in ihr Geschäft zu integrieren. Diese Unternehmen sind der Meinung, dass, obwohl die Technologie neu sei und es schwierig sei den Markt vorherzusagen, der Trend der Automatisierung unvermeidlich sei und wesentlich für eine positive Entwicklung ihres zukünftigen Geschäftes.